Freitag, 27. Januar 2012

Dein Vampyr HASST Facebook.

Gestern abend hatten wir training in einer anderen Halle ls bisher. Um die zu erriechen, muss ich mit den Öffis durch die ganze Stadt gondeln und bin eine Stunde unterwegs. Kaum komm ich 5 Mnuten vor Traniningsbeginn in die Damenumkleide, sagen mir 2 Mädels, dass ich doch mit dem Trainer hätt fahrne können, weils ders mir ja in Facebbok angeboten hätte. Dazu fallen mir 2 Fragen ein: a) Warum kann der Kerl sich nich bei mir direkt melden, also per SMS, Anruf daheim oder auf dem Handy oder zuhause oder tagsüber per Mail? b) Warum wissen die anderen mehr darüber, wer mich was im Facebook fragt?
Sorry, aber ich wohn nicht in dem Ding und ich hab bewusst kein Smartphone, das jedesmal bimmelt, wenn irgendwer irgendwo "gefällt mir" klickt.

Vor einer Weile habe ich meinen Account gelöscht, weil mir der Spam und die damit verbundene Zeitverschwendung auf den Senkel geht. Ok, nicht reinschauen wäre auch eine Lösung, aber das fällt mir dann auch wieder schwer. Wenn ich schon meine Nachrichten checke, dann scroll ich doch geschwind durch die Liste mit dem Quatsch von den anderen. Natürlich könnte ich auch alle rausblocken, aber das ist mir zuviel Arbeit bei 200 Spammern Freunden.

Das mit der Katzenkacke unter dem Schreibtisch war der Höhepunkt des Schauspiels. Madame Katzenkacke, die ich ja sonst sehr gerne mag, war eine der drei Damen, die wusste, dass der Trainer mich kutschiert hätte. Ich hab dann noch einen etwas unwilligen Kommentar zu dem Kackpost gemacht und dann erzählte sie allen Ernstes, welche Auswirkungen Katzes Missempfindungen auf ihr Büro hätten.

Wollen manche Leute im Real Life nicht blicken, wann etwas quasi Real Life Spam ist? Insofern hat Facebook gegenüber den Real Life den Vorteil, dass man Spam ausblenden kann, während man im Real Life Schwätzer nicht ohne weiteres knebeln oder den Raum verlassen kann. Den Facebookvorteil habe ich kurz vor Weihnachten genutzt. Daraufhin fragten mich plötzlich X Leute, ob denn alles bei mir in Ordnung sei, ob es mir nicht gut gehen würde oder ob ich Zoff mit jemandem hätte und ob sie sich Sorgen machen müssten, weil ich diesen Account gelöscht habe. Ich finde es hochgradig albern, dass die Leute davon soviel abhängig machen.

Ich hab meinen Account kein einziges Mal vermisst und hatte trotzdem noch genug Kontakt zu meinen Freunden, auch nach dem die erste Welle verwirrter "warum hast du kein Facebook mehr?"-SMS um war.

Die Krönung war, das dann unsere Cheftrainerin auf mich zukam und meinte, dass ich mir doch bitte wieder einen Account zulegen soll, um in unsere Vereinsgruppe schauen zu können. Ok, ich konnte meinen noch reaktivieren, weil die 2 Wochen Frist noch nicht verstrichen waren. Alles was in dieser Gruppe steht, ist entweder Spam - obwohl irgendwer vor einer Weile ein Vereinsspamgruppe aufgemacht hat - oder Kram, der eh in den regulären Vereinsmailinglistenmails steht. Die Spamgruppe habe ich kurz nach der Gründung wieder verlassen, weil mich wirklich nicht interessiert, wer welche Höschen wo bestellt hat und was diese mit dem Hintern anstellen. Die Gründerin der Gruppe pflegt auch den Facebookauftritt unseres Vereins, weil sie "im Büro genug Zeit für Facebook" (sic!) hat. Sie arbeitet in einer Werbeagentur und meint ernsthaft, dass Facebook bei denen unter "Recherche" läuft und likt immer alles als erste. Und zwar 5 Sekunden nach dem der Eintrag erstellt wird. Ist das nicht schon ein bisschen pathologisch? Sie ist auch eine von denen, die nicht mal in den Pausen der Vereinssitzungen ihre Fingerchen vom Iphone lassen kann und gehört zu denen, die "schreien" würden, wenn man es ihr für einen Tag wegnehmen würde, weil sie da auch ihren Kalender und alle anderen wichtigen Daten drauf hat.

Ich bin selber auch ein Organisationskomitee in unserem Verein und habe letzter Tage eine Mail an alle mit 5 Themen und 2 Fragen geschickt und darauf in der Facebookgruppe hingewiesen - mit dem Zusatz, dass ich die Antworten gerne per Mail hätte. Was passiert? Genau, die Vorschläge sammeln sich in der Facebookgruppe.

Wer Facebook auf dem Smartphone hat, nutzt es noch exzessiver, schon allein, weil einem ja jedes Fitzelchen wie eine SMS zugestellt wird und man dann quasi genötigt ist, darauf zu reagieren.

Mit einem Smaprtphoe lassen sich auch relativ einfach Gespräche töten: Bei aufkommenden Fragen wird sofort das Internet konsultiert und Klarheit geschafft. Das sind bei uns nie Fragen, von deren sofortiger Beantwortung Leben und Tod abhängen, aber hauptsache mal am Smartphone rumgedatscht.

Für mich als Öffifahrer ohne Führerschein wäre ein Smartphone scho praktisch, um unterwegs oder kurz vorm Aufbrechen auf den Heimweg zu checken, wann die Bahn fährt. Aber dafür hab ich mittlerweile echt genug Smartphonebesitzer, die ich fragen kann, in meinem Umfeld.

Ich liebe es, im Skiurlaub nach der obligatorischen "Ich bin gut angekommen"-SMS an Mama das Handy auszumachen und eine  Woche Internet-, Spam- und Handyfrei zu genießen. Was machen meine Mitreisenden am allerersten Hofer (österr. Aldi) hinter der Grenze? Genau, halten, rausspringne und einen österreichische Simcard erwerben, um günstig zu telefonieren und abends Mails und Facebook zu checken. Klar, habe ich auch einen Job mit einer Chefin, die manchmal Mails schreibt und einen Posten im Verein, der auch mailintensiv ist, aber wenn ich im Urlaub bin, habe ich Urlaub von all dem Krams. Nach einer Woche dauert dann das Aufarbeiten der Post ziemlich lange, aber das ist es mir wert, weil ich dann noch in Erinnerungen an den Urlaub schwelge.
Heute habe ich einen ziemlich angepissten Pinnwandeintrag geschrieben, der besagt, dass ich den Account behalte, damit keiner motzen kann und ich außer unserer Vereinsgruppe nichts im Facebook anschauen werde. Nach mir die Sintflut, Freunde!

Sehe ich das alles viel zu extrem oder ist es okay, keine Lust auf den Spam seiner Freunde zu haben und das auch deutlich zu machen? Gibt es in meiner Leserschaft vielleicht sogar die eine oder andere Smartphonebesitzerin, die den Gegenbeweis antreten will und mich davon überzeugt, dass so ein Teil lebensnotwendig ist?

Liebe Grüße, Anni <3

Kommentare:

  1. Die Frage wird oft gestellt. Onkelz sind durch die Medien ziemlich ins rechte Licht gerückt wurden, das kommt daher dass sie vor 30 Jahren ein ziemlich rechts angehauchtes Album produziert haben und den Ruf haben die eben ihre ganze Karriere lang behalten. Aber sie haben sich schon vor langer Zeit von der rechten Szene abgenabelt und es gibt auch einige Textpassagen in denen sie sich gegen Neo-Nazis aussprechen. Das ist alles recht schwer zu erklären, ich mochte die Onkelz damals auch so gar nicht. Aber wenn man sich ein wenig mit ihrem Werdegang auseinandersetzt sieht man eigentlich dass ihr Ruf eigentlich wesentlich schlechter ist als die Band selbst. So ein mieser Ruf ist eben viel schneller gemacht und hält sich hartnäckiger als ein guter.
    Aber es muss jeder für sich entscheiden wie er dieses eine Jahr in der 'tiefsten Grauzone' beurteilt. Aber ich finde man kann ihnen das verzeihen, die waren eben jung und haben einen schlimmen Fehler gemacht.
    -
    Danke :)

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  2. Ich möchte unmissverständlich klar machne, dass ich weiterhin nichts von den Onkelz halte. Diese ersten Tonträger sind in meinen Augen kein "Fehlgriff", sondern eine große Dummheit, die nichts in der Welt wieder gut machen kann. Immerhin gut, dass sie sich jetzt gegen Rechts aussprechen. Das tun sie allerdings auch erst seitdem sie erfolg haben und größere Hörerkreise ansprechen, für die eine kleine Neo-Nazi-Band nicht von Interesse wäre. Für mich zählt das Argument der Wandlung und Abkehr von Rechts also nur bedingt.
    Ich wundere mich immer wieder darüber, dass gerade Punks, die ja in Sachen Politik meist krassere Standpunkte als der Ottonormalbürger vertreten, diese Band hören und den Grund ihrer einstigen Indizierung so herunterspielen. Das heißt nichts, dass ich Miezekotze nicht mag oder ihr wegen ihre Musikgeschmack ans Bein pissen will. Es ist nur eine Feststellung von mir. Vielleicht hätte ich hier nichts dazu geschrieben, wenn sie unter meinem Kommntar bei ihr geantwortet hätte oder ich hätte zu einem anderen Zeitpunkt mal darüber gebloggt, wenn ich mich mal wieder mit Bekannten über die Band unterhalten hätte, weil ich Freunden durchausschon mal deutlich sag, was ich von der Band halte, wenn ich mitbekomme, dass sie die hören.

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  3. Ich umgehe das "Problem", indem ich einfach überhaupt gar keinen FB-Account besitze!

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  4. Ich habe nur 29 Facebook-Freunde, von denen die meisten in Facebook nur wenig aktiv sind. Passt also. :-) Spielemeldungen und dieses ganze Zeuchs blocke ich rigoros. Facebook kann praktisch sein (als ich im Krankenhaus lag, war ich dafür dankbar), aber normalerweise bin ich da vielleicht 5 Minuten pro Tag drin. Außer ab und zu, wenn ich mit jemandem chatte.
    Ein Smartphone habe ich, aber die Fratzbuchmeldungen werden mir nicht gemeldet, ich bekomme höchstens eine Mail, wenn mir jemand eine persönliche Facebooknachricht sendet. Ich liebe mein Schlauphone, weil ich auch unterwegs immer mal zwischendurch in meinem Feedreader lesen kann. Aber wenn ich in Gesellschaft bin, wird das Telefon nicht in die Hand genommen, außer, wir sind uns einig, dass wir mal was nachgucken wollen. Aber nicht dieses chronische Mail- und SMS-Gechecke, das einige auszeichnet...

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